Das sind wir

Die Ammerseehäuser sind eine Einrichtung der Stiftung Hensoltshöhe im fränkischen Seenland. Unsere Geschichte ist eng mit den dort verorteten Diakonissen verbunden. Unser Haus diente ihnen früher als Erholungsstätte. Und was uns damals geprägt hat, trägt bis heute: Dies soll ein Ort sein, an dem die Seele verweilen und inspiriert weiterziehen kann. Ein Ort, an dem christliche Nächstenliebe erfahrbar wird.

Unsere Geschichte

1934

Das Mutterhaus erwirbt das Anwesen mit zwei Häusern, Gartenanlagen und Badestrand. Schwester Frida Lang, damals Leiterin des „Christlichen Erholungsheims“ berichtet: „Zunächst waren es leere, reparaturbedürftige Häuser. Doch mit Hilfe unserer Malerschwestern und einem gründlichen Hausputz konnten wir dann die ersten Gäste aufnehmen.“

Das Birkenhäusl bietet zwanzig Gästen Platz, im Haupthaus leben und arbeiten die Schwestern. 

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Bis 1942

Zur Gästebetreuung gehören seelsorgerliche Gespräche, Wanderungen und Ausflüge ins schöne Voralpenland und damals wie heute tägliche Andachten.

„Neben den Aufgaben in Haus und Küche, gab es im Garten viel zu tun, denn um Kosten zu sparen, bauten wir Kartoffeln und Gemüse selber an“, schreibt eine Schwester.

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1942

Eine Mädchenklasse aus Gladbeck sucht mit ihrer Lehrerin Schutz im Haus. Aus angedachten sechs Wochen werden wegen der Luftangriffe mehr als zwei Jahre, bis die Kinder nach Kriegsende heimkehren können. Die Schwestern begleiten sie durch diese Zeit. Sie trösten, erzählen biblische Geschichten und singen mit ihnen.

Viele Jahre später kommt eine der Schülerinnen zurück und berichtet dankbar über die Fürsorge, die sie hier erfahren hat.
 

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1945

Schwester Christine Schuh, damalige Leiterin, berichtet:

„Kaum war der zweite Weltkrieg zu Ende, kamen etwa 200 Marokkaner nach Riederau (…). Einer der im Haus einquartierten Männer erkrankte gleich in den ersten Tagen. Ein Arzt war zu dieser Zeit nicht zu erreichen, deswegen gab ich ihm die letzten Medikamente, die ich besaß. Der Mann wurde wider Erwarten wieder gesund und berichtete an maßgebender Stelle, wie gut ihn die Schwestern gepflegt hätten. 

Die Folge war ein Schreiben mit diesem Inhalt: Die Frauen des Hauses dürfen nicht belästigt und ihr Eigentum weder beschädigt noch gestohlen werden! (Marokkanische Lagerleitung)"

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1945

Danach kommen 35 Flüchtlinge aus Schlesien, darunter eine Familie mit elf Personen. Etwa sechs Wochen nach Kriegsende werden kriegsverletzte Russlandheimkehrer in unseren Häusern untergebracht, die keine Heimat mehr haben und von ihren Angehörigen nichts wissen. Aus geplanten wenigen Wochen werden zweieinhalb Jahre. 

In der Umgebung betteln die Schwestern um Wäsche und Anzüge für die Männer, die nur die zerrissene Uniform und einen Schlafanzug besitzen. Die Männer sind traurig ohne Hoffnung und Perspektive. Für die Schwester ist es schwer, alle mit Essen zu versorgen, da die notwendigen Gelder ausbleiben. So wird das Haus zu einer großen Werkstatt: Holzspielsachen entstehen, Schuhe werden geflickt, Töpfe gelötet und Körbe geflochten. Es ist schwierig, das nötige Material zu beschaffen und die Sachen zu verkaufen. Aber Gott hilft durch.
 

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Schwester Else Reichart (links) erzählt von einer besonderen Weihnachtsgeschichte: 

„Wir wollten den heimatlosen Männern doch ein besonderes Essen bereiten. Vom Landratsamt Landsberg erhielten wir die Nachricht, dass wir drei Gänse abholen könnten. Weil es eine Überraschung werden sollte, hielten wir diese Nachricht sehr geheim. Eine Schwester machte sich auf den Weg, teils mit einem Lastwagen und teilweise zu Fuß. Im Amt verwies man sie in den Hof, wo die Gänse schnatterten. (…) Dann begann der beschwerliche Weg nach Hause. Am Weihnachtstag gab es zur Überraschung für alle Klöße und Gänsebraten. Manche Tränen rollten dabei in die Teller.“
 

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1948

Der „Verband der Krankenkassen“ bittet darum, Patienten, die körperliche und seelische Erholung nötig haben, aufzunehmen und mehr Platz für Genesende zu schaffen. Nach einigen Reparaturen und Erneuerungen klappt das auch. Nach Abbruch des „Birkenhäusls“ und Bau eines Nebengebäudes steigt die Kapazität steigt auf 50 Betten und wir weihen 1953 das „Genesungsheim“ ein. 

Später bewirken einschneidende Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen zurückgehende Einweisungen, es kommen daher vermehrt Privatgäste.

1956

Das Erholungsheim wird nun „Schwesternheim“ genannt, da es verstärkt von unseren Schwestern als Feriendomizil genutzt wird. Es beginnen dreiwöchentliche Erholungskreise. 

Der gemeinsame An– und Abreisetag der Schwestern und der kleine Kreis schaffen eine familiäre Atmosphäre. Die “Rüstwoche” mit ihren Andachten, Bibellesen und gemeinsamem Austausch ist ein Highlight für die Schwestern.

Im gleichen Jahr kann das Mutterhaus ein angrenzendes Grundstück und ein schmales Seegrundstück kaufen. Ein “Geschenk Gottes”.

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1977

Ein Neubau kommt dazu, bestehende Zimmer erhalten eine Aufwertung, zum Teil durch Balkon und Dusche. Der Grund: In den Siebzigern kommen immer mehr Freizeitgruppen, die Ansprüche an den Komfort steigen. 

Der Zweck bleibt gleich: Die gute Nachricht von der Versöhnung Gottes weiterzugeben.

In den neunziger Jahren werden „Genesungsheim“ und „Schwesternheim“ unter dem neuen Namen „Bibel- und Tagungsheim“ zusammengelegt. 

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2001

Nach 67 Jahren beenden die Schwestern ihren Dienst in den Ammerseehäusern und legen die Verwaltung in die Hände eines Ehepaares. 

2008 und 2009 

Es folgen zahlreiche weitere Sanierungs- und Aufwertungsarbeiten. Unter anderem bekommt Haus Parkblick eine neue Rückfassade. Die Zimmer werden dadurch größer und lichtdurchflutet.
 

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2021

Myriam Moldenhauer übernimmt die Leitung der Ammerseehäuser. 

Myriam blickt auf die bewegte Geschichte ihres Hauses zurück und stellt fest, dass Gott immer einen Weg gefunden hat, seine Segensgeschichte mit den Menschen auch in den Ammerseehäusern fortzuschreiben. 

2026 beschließt Myriam mit ihrem Team, dem Haus den Beinamen “Christliches Wohlfühlhotel” zu geben und offenbart damit etwas von ihrer Vision: dass Gäste und Tagungsgruppen hier etwas von Gottes Wesen erfahren können, Ruhe finden, neue Kraft schöpfen und gestärkt in ihren Alltag zurückkehren können.
 

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